Aufgeben oder kämpfen?
Januar 2024
 

Diese Frage hat man sich sicherlich schon öfter im Leben gestellt, manchmal vielleicht auch in abgewandelter Form: prokrastinieren oder für die Prüfung lernen? To-Do-List erledigen oder Freizeitaktivität? 

Es geht auch krasser: soll ich bei einer Arbeitsstelle, in einer Beziehung, in einer Situation bleiben, die mir nicht gut tut, oder gehen und etwas neues beginnen? Gerade in solchen Fällen gibt es meist keine leichten Antworten bzw. Entscheidungen, da Situationen durchaus komplex sein können. 

Nehmen wir die Frage „Aufgeben oder kämpfen“ im übertragenen Sinn mit auf die Yogamatte: Soll ich den Flow oder eine bestimmte Asana praktizieren, auch wenn sie anstrengend (furchtbar anstrengend?) ist? Soll ich eine Pause einlegen? Woher weiß ich wann die Grenze erreicht ist?

Hier gibt uns unser Körper einige Hinweise: 

  • Ist mein Atem noch gleichmäßig oder gerät er bereits ins Stocken? Letzteres zeigt uns, dass die Übung gerade vielleicht zu anstrengend ist.
  • Ist es eine gewöhnliche Anstrengung oder tut mein Körper oder Stellen hiervon schmerzlich weh? Schmerzen sollten die Yogapraxis nicht begleiten.
  • Bin ich gesund und kann die Praxis mit Wohlbefinden starten, oder fühle ich mich übermäßig müde oder krank? In diesem Falle ist Ausruhen vielleicht besser.

Lesen wir die Bhagavad Gita, eine der wichtigsten Lektüren der Yogis, finden wir die Geschichte Arjunas, der von Krishna aufgefordert wird, den (inneren) Kampf nicht aufzugeben und weiterzumachen: (…) Gib dieser entwürdigenden Schwachheit nicht nach. Sie ist dir nicht angemessen. Gib diese kleinliche Schwäche des Herzens auf und erhebe dich, o Bezwinger des Feindes.“ (2I3) Die Texte lehren uns, nicht aufzugeben und weiterzumachen wenn es sinnvoll und angebracht ist, auch wenn es uns schwer fällt. Eine leidvolle Sache zu beenden, die uns nicht weiterbringt, ist hier nicht gleichzusetzen mit fehlendem Durchhaltevermögen. Unsere Intuition zu kräftigen und den Geist klar zu halten hilft uns, das eine von dem anderen zu unterscheiden: denn wer aufgibt, hat schon verloren.

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You've probably asked yourself this question more than once in your life, sometimes in a different form: procrastinating or studying for an exam? To-do list or leisure activity?

It can also be more blatant: should I stay in a job, in a relationship, in a situation that is not good for me, or should I leave and start something new? In such cases in particular, there are usually no easy answers or decisions, as situations can be quite complex.

Let's take the question of "give up or fight" to the yoga mat in a figurative sense: should I practise the flow or a certain asana, even if it is exhausting (terribly exhausting?)? Should I take a break? How do I know when the limit has been reached?

Our body gives us some clues here:

Is my breathing still even or is it already starting to falter? The latter shows us that the exercise may be too strenuous.
Is it a normal effort or does my body or parts of it hurt painfully? Pain should not accompany the yoga practice.
Am I healthy and can I start the practice feeling well, or do I feel excessively tired or ill? In this case, it may be better to rest.

If we read the Bhagavad Gita, one of the most important readings for yogis, we find the story of Arjuna, who is asked by Krishna not to give up the (inner) struggle and to continue: (...) Do not give in to this degrading weakness. It is not appropriate for you. Give up this petty weakness of the heart and arise, O conqueror of the enemy." (2I3) The texts teach us not to give up and to continue when it is useful and appropriate, even if it is difficult for us. Ending a painful endeavour that is not getting us anywhere is not to be equated here with a lack of perseverance. Strengthening our intuition and keeping our minds clear helps us to distinguish one from the other: for he who gives up has already lost.

 

Selbstbewusstsein stärken mit Yoga

August 2023

 Ein gesundes Selbstbewusstsein wirkt sich positiv auf unser gesamtes Wohlbefinden aus, meist meint man hiermit das Selbstwertgefühl. Man findet zahlreiche Ratgeber, Coachings, Übungen und Tipps für die Stärkung des eigenen Selbstwertgefühls so wie auch die Beiträge über Narzissmus und übersteigerte Selbstliebe steigen. Alles scheint sich darum zu drehen, ‚toxische‘ Beziehungen zu meiden und sich selbst möglichst im besten Licht zu zeigen – oftmals unter dem Aspekt der Selbstoptimierung. 

Selbstbewusstsein kann aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden und ist im Grunde genommen das Vertrauen in die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten – sprich in sich selbst. Dabei ist ein gesundes Selbstbewusstsein keine statische Komponente, sondern ein sich stetig entwickelndes und veränderbares mentales Konstrukt, und wir sind in der Lage, dieses Konstrukt zu beeinflussen. Und wir alle haben Tage und Phasen im Leben, in denen das Pendel eher nach unten als nach oben schwingt 

Im Yoga tun wir dies stetig, in dem wir uns unseres Selbst bewusstwerden: wie wir stehen, wie wir atmen, ob wir eine Übung (Asana) mit Vorsicht oder Nachlässigkeit praktizieren, welche Emotionen hervorgerufen werden etc. So gesehen ist die gesamte Yogapraxis von Beginn bis Ende eine Selbstbewusstseinsübung, die uns darin befähigt, überhaupt erst einmal zu spüren, wie wir uns fühlen. Nicht immer ist die Beziehung zu uns selbst so beschaffen, dass wir uns selbst kennen und spüren können, wenn es uns z.B. nicht gut geht – ein Beispiel: die (schlimmen) Auswirkungen von Burnout machen sich oft erst spät bemerk bar. 

Indem wir Yoga bewusst und achtsam praktizieren, üben wir also, uns unseres Selbst, unserer Gefühle, unseres Körpers und unseres aktuellen Zustandes bewusst zu werden. Es geht also erst einmal nicht darum, unseren Selbstwert zu steigern, sondern darum, uns selbst kennen zu lernen, die Beziehung zu uns selbst aufzunehmen und achtsam mit uns umzugehen. Eine immerwährende yogische Selbstbewusstseinsübung ist die achtsame Ein- und Ausatmung und den Verstand ins Hier und Jetzt zu bringen, mit Fokus auf das, was ich gerade tue und wie ich es tue.

Solltest du jedoch merken, dass es dir über einen längeren Zeitraum nicht gut geht, du nach Selbstbewusstseinsübungen im Yoga vielleicht sogar merkst, dass es dir viel, viel schlechter geht, ist es ratsam professionelle Hilfe und Beistand zu suchen.

Grützi,

Nina

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A healthy self-confidence has a positive effect on our overall well-being, mostly one means herewith the self-esteem. One can find numerous guides, coaching, exercises and tips for strengthening one's own self-esteem just as the articles about narcissism and excessive self-love are on the rise. Everything seems to revolve around avoiding 'toxic' relationships and showing oneself in the best light possible - often under the aspect of self-optimization.

Self-confidence can be viewed from different angles and is basically the confidence in one's own knowledge and abilities - that is, in oneself. At the same time, healthy self-confidence is not a static component, but a constantly developing and changeable mental construct, and we are able to influence this construct. And we all have days and phases in life when the pendulum swings down rather than up.
In yoga, we do this constantly by becoming aware of ourselves: how we stand, how we breathe, whether we practice an exercise (asana) with caution or carelessness, what emotions are evoked, and so on.


In this way, the entire yoga practice, from beginning to end, is a self-awareness exercise that enables us to feel how we feel in the first place.Our relationship to ourselves is not always such that we can know and feel ourselves when we are not feeling well, for example: the (bad) effects of burnout are often not noticeable until late.By practicing yoga consciously and mindfully, we practice to become aware of ourselves, our feelings, our body and our current state.So it is not about increasing our self-worth, but about getting to know ourselves, to relate to ourselves and to be mindful of ourselves.A perennial yogic self-awareness practice is mindful inhalation and exhalation and bringing the mind into the here and now, focusing on what I am doing and how I am doing it.However, if you notice that you are not feeling well for a long period of time, you may even notice that you are feeling much, much worse after doing self-awareness exercises in yoga, it is advisable to seek professional help and assistance.

Merci and see you soon!

Nina

Yoga für den Beckenboden – Mula Bandha – Stabilität und Erdung

Juli 2023

Der Beckenboden ist immer wieder Thema im Yoga – besonders für Frauen während und nach der Schwangerschaft, wenn die geweitete Muskulatur wieder gekräftigt werden soll. Aber auch unabhängig von der Mutterschaft kann der Beckenboden für uns zum Thema werden, zum Beispiel durch eine – wie auch immer entstandene – Beckenbodenschwäche, die sehr unangenehme Folgen haben kann.

Für Yoginis und Yogis ist der Beckenboden außerdem der Sitz des Muladhara Chakra, des ‚Wurzelchakras‘, welches für Sicherheit, Stabilität, Erdung und Urvertrauen steht, in der Dysbalance Unruhe, Unsicherheit und Nervosität zeigen kann. Um den Beckenboden zu trainieren und das Muladhara Chakra zu aktivieren, gibt es verschiedene Übungen – allen voran wird hier Mula Bandha, einer der großen Energieverschlüsse, gesetzt, was wiederum Voraussetzung für Pranayama ist. Hier handelt es sich um fortgeschrittene Yogapraktiken, die einer einfühlsamen Lehrkraft bedürfen. Bei Mula Bandha wird u.a. die Beckenbodenmuskulatur leicht kontrahiert, sodass man sich aus dem unteren Rücken nach oben aufrichten kann. Bitte achte hierbei darauf, nicht einfach Muskeln zusammenzuziehen und möglicherweise krampfhaft anzuspannen; ebenso soll dir die leichte Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur nicht vorkommen, als würdest du etwas „zusammenziehen“, sondern eher, als würdest du ein Tischtuch glattstreichen und spannen.

Es gibt einen weiteren wichtigen Aspekt, der uns bei der Aktivierung von Mula Bandha und dem Beckenbodentraining in der Yogapraxis dient: Der Aufrichtung aus den unteren Becken und Rücken, vor allem in Stehhaltungen. So hilft es uns zum Beispiel unseren Oberkörper in Krieger I (Virabhadrasana I) aufzurichten, die Stabilität im unteren Bereich herzustellen und die Energie und Kraft hierzu zu halten. So können wir zugleich unsere Beckenbodenmuskulatur trainieren und einer Schwäche vorbeugen, außerdem schützt es vor Verletzungen während der Yogapraxis. 

Achte jedoch darauf, das Mula Bandha nicht während der gesamten Praxis zu aktivieren – das wäre kontraproduktiv und passt nicht zu allen Übungen, besonders wenn es um die Entspannung geht. Ebenso ist Vorsicht bei Schwangeren geboten, da – besonders im letzten Drittel – die Beckenbodenmuskulatur sich für die Geburt weiten soll; hier wäre eine Yogapraxis mit Fokus auf Bula Bandha und Beckenbodentraining kontraproduktiv.

In jedem Fall und besonders im Zweifel versuche dich an fortgeschrittenen Yogapraktiken nicht alleine zu Hause, sondern frage eine*e Lehrerin und praktiziere in der Klasse vor Ort.

Achtet auf euch,

Namasté und bis bald,

Nina

 

(Vgl. u.a. Helga Pfretzschner: Yoga-Üben in Schritten, Petersberg 2012, S. 228 ff.)

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Yoga for the pelvic floor - Mula Bandha - stability 

The pelvic floor is a recurring theme in yoga - especially for women during and after pregnancy, when the dilated muscles need to be strengthened again. But the pelvic floor can also become an issue for us independently of motherhood, for example due to a pelvic floor weakness - however it arose - which can have very unpleasant consequences.

For yoginis and yogis, the pelvic floor is also the seat of the Muladhara Chakra, the 'root chakra', which stands for security, stability, grounding and primordial confidence, in imbalance can show restlessness, insecurity and nervousness. To train the pelvic floor and activate the Muladhara Chakra, there are various exercises - first of all, Mula Bandha, one of the great energy closures, is set here, which in turn is a prerequisite for Pranayama. These are advanced yoga practices that require a sensitive teacher. Mula Bandha involves, among other things, lightly contracting the pelvic floor muscles so that one can rise upward from the lower back. Please be careful here not to simply contract muscles and possibly tighten them spasmodically; likewise, the slight contraction of the pelvic floor muscles should not feel to you as if you are "contracting" something, but rather as if you are smoothing and stretching a tablecloth.

There is another important aspect that serves us in the activation of Mula Bandha and pelvic floor training in yoga practice: the straightening from the lower pelvis and back, especially in standing postures. For example, it helps us to straighten our upper body in Warrior I (Virabhadrasana I), to establish stability in the lower area and to hold the energy and strength for this. In this way, we can simultaneously train our pelvic floor muscles and prevent weakness, and it also protects against injury during yoga practice. 

However, be careful not to activate the mula bandha throughout the practice - this would be counterproductive and does not suit all exercises, especially when it comes to relaxation. Likewise, be careful with pregnant women, as - especially in the last trimester - the pelvic floor muscles are supposed to widen for the birth; here a yoga practice focusing on Bula Bandha and pelvic floor training would be counterproductive.

In any case, and especially when in doubt, do not try advanced yoga practices alone at home, ask a teacher and practice in the class on site.

Take care of yourselves,

Namasté and see you soon,

Nina

The Toxic Yogi: Vorsicht bei falschen Heilversprechen

Juni 2023

Viele Menschen finden ihren Weg zum Yoga über gewisse 'Umwege', zum Beispiel: weil jemand nach körperlichen Einschränkungen wieder fit werden möchte, weil eine Freundin*ein Freund einen ins Yogastudio mitnimmt oder auch oft, weil man sich wieder eine bessere psychische Gesundheit wünscht. Gerade Letzteres ist sehr gut verständlich, und Yoga ist bekanntlich nicht nur da, um den Körper fit zu machen, sondern bietet Möglichkeiten, sich persönlich weiterzuentwickeln - emotional, mental, psychisch. Nicht grundlos gibt es Dinge wie Anusara-Yoga, in welchem stark auf die eigenen Gefühle eingegangen wird, oder Traumasensibles Yoga, welches einem helfen kann, Erlebtes zu verarbeiten.

Genau an dieser Stelle gibt es leider, leider sehr oft zu viele Menschen, allen voran von sich überzeugte Yogalehrer*innen, die sich im Laufe ihrer Entwicklung einbilden, nicht nur Yogalehrer*innen zu sein, sondern zugleich Psychiater*innen, professionelle Coaches, Lebensberater*innen usw. und die mit zahlreichen gut gemeinten, doch so oft völlig danebengehenden Ratschlägen nicht sparen. Oft genug konnte ich selbst aus eigenen Erfahrungen und den Erzählungen Anderer miterleben, wie plötzlich Dogmatismen, Lehren und Handlungsanweisungen anstelle des Zuhörens rücken, und Menschen mit ihren verschiedenen Problemen über einen Kamm geschert werden. Menschen mit Problemen werden dann als "psychisch krank" abgestempelt, Depressionen würden aufgrund der eigenen fehlerhaften Lebensweise und Ernährung entstehen, AD(H)S usw. würde es garnicht geben, und man solle "auf keinen Fall den Ärzten" vertrauen, weil diese nur für Pharmakonzerne und Geld arbeiten und keine Ahnung hätten vom "heilsamen Weg". Alternativ werden einem ein bunter Blumenstrauß an Alternativen angeboten, statt die Meinung einer Fachperson einzuholen.

Mich schmerzt eine solche übergriffige, den Menschen missachtende Einstellung zutiefst; solche Theorien haben zumeist eines gemeinsam: sie sind ohne jeden Beleg und fachliche Grundlage, entstehen aus einer Haltung des Misstrauens heraus und missachten die Betroffenen. Das Verhalten solcher 'yogischen Bergprediger' hat eher zur Folge, dass die Betroffenen sich weniger an Fachärzte wenden, womit ihnen weniger schnell geholfen werden kann, und sich selbst unsicher werden. Stellt euch vor wie gefährlich es für jemanden sein kann, der ernsthafte Probleme hat und dringend Hilfe benötigt, und ein*e Yogalehrer*in versucht ihm auszureden, einen Facharzt aufzusuchen und stattdessen lieber zu meditieren und mehr Gemüse zu essen. Das ist nur eines: absolut unverantwortlich und grenzüberschreitend gefährlich.

Leider hat unsere jüngste Vergangenheit aufgrund vieler Krisen und unsicheren Situationen, die Angst machen können, vermehrt zu "Schwurblern" und vermeintlichen "Richtig- und Andersdenkenden" geführt, die ihre Theorien ohne jedwede haltbare Grundlage in die Welt bringen und dadurch ziemlich viel Schaden anrichten (vgl. Matthias Pöhlmann: Rechte Esoterik. Wenn sich alternatives Denken und Extremismus gefährlich vermischen). 

Ihr erkennt Menschen, denen es nicht um euch, sondern nur um die Verbreitung ihrer Theorien geht, immer daran, wenn euer Gegenüber euch mit Ratschlägen, Meinungen und Anordnungen überschüttet, was ihr tun sollt, ohne selbst die folgenden zwei wesentlichen Dinge zu tun, die man benötigt, um sein Gegenüber überhaupt verstehen zu können:

1. Zuhören

2. Fragen stellen

Jemand, der wirklich euer bestes im Sinn hat, wird euch nicht sagen was ihr tun müsst - er wird euch aufmerksam zuhören, offen bleiben und euch Fragen über euch stellen, und er wird euch sicherlich nicht verunsichern und das Gefühl geben, eure Gedanken, Gefühle und Meinungen seien falsch.

Deshalb: Bleibt offen, lasst euch keinen Bullshit erzählen, und sucht bei Beschwerden Menschen auf, die euch wirklich zuhören, und die durch langjähriges Studium, Erfahrung und eine tatsächlich nachweisbare Qualifikation in der Lage sein kann, euch zu helfen.

Ein weiterer guter Punkt der Prüfung ist zu checken, ob diejenige oder derjenige vermeintliche "Mentalcoach" oder "Spirituelle Coach" offen seine Ausbildungswege darlegt - wenn dies nicht der Fall ist, gibt es auch meistens nichts nennenswertes oder qualitativ passendes. Des Weiteren sprechen auch natürlich die Preise für sich: der Krankenkassensatz für 60 Minuten Psychotherapie liegt bei ungefähr 89€, und es handelt sich hierbei um Therapeuten, die eine hochqualifizierte Ausbildung bzw. Studium absolviert haben sowie eine praktische Lehrzeit, in der sie Erfahrungen sammeln. Hierbei ist es wichtig darauf zu achten, wo genau diese Ausbildung absolviert wurde - geschah dies an einer bekannten Universität oder einer unbekannten Privatuni? Ist dieses Studium überhaupt schon abgeschlossen? Heutzutage gibt es viele Möglichkeiten zu behaupten, ein "zertifizierter" Coach zu sein oder sich im Studium zu befinden - oftmals steckt nicht viel dahinter bzw. das Studium wird niemals abgeschlossen. Yogalehrer*innen, die nach ihrer Ausbildung für sich beanspruchen, Menschen mit psychischen Erkrankungen helfen zu können, fehlt die fachliche Grundlage, solche überhaupt erst richtig einschätzen zu können. Nimmt nun ein sogenannter Coach ohne nennenswerte Ausbildung horrende Preise für sein Coaching oder einen total überhöhten Stundensatz - 140 € oder mehr - , der dem Satz fachlich qualifizierter, ausgebildeter Therapeuten entspricht, ist Vorsicht geboten. 

Oftmals sind es auch die falschen Versprechen, die eine "schnelle Heilung" anbieten, und bei Versagen der Methode den Klienten die Schuld zuschreiben (a la "da bist du in deiner spirituellen Entwicklung aber noch nicht weit genug" oder "du hast die Methode falsch angewandt"), die Trickbetrüger*innen entlarven. Ein*e gute*r Therapeut*in, denen euer Wohl wirklich am Herzen liegt, wird euch niemals mit Schuldzuweisungen oder anderen Druckmitteln konfrontieren. 

Mit einem muss man sich klar abfinden: es gibt keine "schnelle" Heilung, keine Umwege und keine Heilung ohne Schmerz. Sich mit sich selbst und traumatischen Erfahrungen auseinanderzusetzen tut weh, und dafür braucht es viel Mut und Kraft. Daher verdient ihr, wenn ihr euch dazu entscheidet einen solchen Weg beschreiten zu wollen, auch jemanden, der es wirklich gut mit euch meint, euer Wohl im Sinn hat und dazu fähig ist, euch zu helfen und zu begleiten. 

Achtet auf euch,

Namasté und bis bald,

Nina

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Many people find their way to yoga via certain 'detours', for example: because someone wants to get fit again after physical limitations, because a friend takes one to the yoga studio or also often because one wishes for better mental health again. Especially the latter is very understandable, and yoga is known not only to make the body fit, but offers opportunities for personal development - emotional, mental, psychological. Not without reason there are things like Anusara Yoga, in which one's own feelings are strongly dealt with, or Traumasensitive Yoga, which can help one to process what one has experienced.
Exactly at this point there are unfortunately, unfortunately very often too many people, above all yoga teachers who are convinced of themselves, who in the course of their development imagine that they are not only yoga teachers, but at the same time psychiatrists, professional coaches, life coaches, etc. and who do not spare with numerous well-intentioned, but so often completely wrong advice. Often enough I could witness myself from my own experiences and the stories of others, how suddenly dogmatisms, teachings and instructions for action take the place of listening, and people with their various problems are lumped together. People with problems are then labeled as "mentally ill", depressions would arise due to one's own faulty lifestyle and diet, AD(H)S would not exist at all, and one should "in no case trust the doctors", because they only work for pharmaceutical companies and money and would have no idea of the "healing way". Alternatively, one is offered a colorful bouquet of alternatives instead of asking for the opinion of a specialist.
I am deeply pained by such an encroaching attitude that disregards the human being; such theories usually have one thing in common: they are without any evidence and professional basis, arise from an attitude of mistrust and disregard the people concerned. The behavior of such 'yogic mountain preachers' tends to make the sufferers less likely to turn to specialists, which means they are less likely to be helped quickly, and become unsure of themselves. Imagine how dangerous it can be for someone who has serious problems and needs urgent help, and a yoga teacher tries to talk them out of seeing a specialist and instead meditate and eat more vegetables. This is just one thing: absolutely irresponsible and borderline dangerous.

Unfortunately, our recent past, due to many crises and uncertain situations that can cause fear, has increasingly led to "Schwurblern" and supposed "right- and dissenters" who bring their theories into the world without any tenable basis and thereby cause quite a lot of damage (see Matthias Pöhlmann: Rechte Esoterik. When alternative thinking and extremism mix dangerously).

You can always recognize people who are not concerned about you, but only about the spreading of their theories, when your counterpart showers you with advice, opinions and orders what you should do, without doing the following two essential things yourself, which are needed to be able to understand your counterpart at all:

1. listen

2. ask questions

Someone who truly has your best interests in mind will not tell you what to do - they will listen carefully, keep an open mind, and ask you questions about yourself, and they certainly won't make you feel insecure and like your thoughts, feelings, and opinions are wrong.

Therefore, keep an open mind, don't let anyone tell you bullshit, and if you have a complaint, seek out people who will really listen to you and who, through many years of study, experience, and an actual demonstrable qualification, may be able to help you.

Another good point is to check whether the supposed "mental coach" or "spiritual coach" openly explains his training - if this is not the case, there is usually nothing worth mentioning or qualitatively suitable. Furthermore, of course, the prices speak for themselves: the health insurance rate for 60 minutes of psychotherapy is about 89 €, and these are therapists who have completed a highly qualified training or study, as well as a practical apprenticeship period in which they gain experience. Here it is important to pay attention to where exactly this training was completed - was it at a well-known university or an unknown private university? Has this study been completed at all? Nowadays there are many ways to claim to be a "certified" coach or to be in a study - often there is not much behind it or the study is never completed. Yoga teachers who claim to be able to help people with mental illness after their training lack the professional basis to be able to assess such people properly in the first place. If a so-called coach without significant training now takes horrendous prices for his coaching or a totally excessive hourly rate - 140 € or more - which corresponds to the rate of professionally qualified, trained therapists, caution is advised.

Often it is also the false promises that offer a "quick cure" and blame the client if the method fails (a la "but you are not far enough in your spiritual development" or "you used the method wrong") that expose con artists. A good therapist who really cares about your well-being will never confront you with blame or other pressures.

One thing you must clearly come to terms with: there is no "quick" healing, no detours, and no healing without pain. Confronting yourself and traumatic experiences hurts, and it takes a lot of courage and strength to do so. Therefore, if you decide to follow such a path, you deserve someone who really means well with you, has your well-being in mind and is able to help and accompany you.

Take care of yourselves,
 

Namasté and see you soon,

Nina
 

 

Yoga und Balance im Alltag

April 2023

Wie oft fällt es uns im Alltag schwer Dinge anzugehen, zu denen wir uns regelrecht überwinden müssen? Zum Beispiel das frühe Aufstehen, unbeliebte Arbeitstätigkeiten, Besorgungen, Hausarbeit – oder aber wesentliche Dinge wie Ernährung und Bewegung, die so großen Einfluss auf unsere Gesundheit haben wie ein gutes Stressmanagement. Die Yogapraxis trifft eben diese Arbeit an uns selbst, die wir auch bei den kleinen ‚Überwindungen‘ leisten und die uns dazu bringen, uns aufzurappeln, alte (manchmal schädliche) Gewohnheiten zu ändern und letztlich unsere Perspektive zu verändern und uns zu persönlich zu entwickeln. Dabei gehen wir allzu oft zu hart und streng mit uns selbst um – sei es auch, wenn wir uns durch übermäßiges Fasten, übertriebener sportlicher Betätigung oder auch mit strengen Gedanken malträtieren. Jedes ‚Ich bin zu ….‘, ‚Ich muss endlich wieder …‘, ‚Nichts kann ich richtig …‘ stellt dabei einen unbarmherzigen und manchmal sogar gewalttätigen Umgang mit uns selbst dar. 

Die Yogapraxis lehrt und nicht nur uns selbst zu disziplinieren, sondern auch die richtige Balance zu finden. Für viele Yoginis und Yogis gibt es ‚diese eine Asana‘, die man schon immer können wollte, zu der manche ihren Körper regelrecht hinzwingen wollen. Diese Situationen lehren uns viel über uns selbst – warum wir in manchen Situationen verbissen sind, in anderen unbarmherzig oder wir manchmal uns einfach nicht ‚aufraffen‘ wollen. Hilfreich kann es sein an diesen Situationen kurz inne zu halten, durchzuatmen und sich einfach bewusst zu fragen, warum man in diesem Moment gerade so handelt – das alles gehört zur Yogapraxis dazu.

Merci und bis bald!

Nina

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How often do we find it difficult to tackle things in our daily lives that we really have to overcome? For example, getting up early, unpopular work activities, errands, housework - or essential things like diet and exercise that have as big an impact on our health as good stress management. The practice of yoga hits on this very work we do on ourselves, even in the small 'overcomings' that cause us to pick ourselves up, change old (sometimes harmful) habits, and ultimately change our perspective and develop personally. In doing so, we too often treat ourselves too harshly and severely - whether it's by over-fasting, over-exercising, or even maltreating ourselves with harsh thoughts. Every 'I'm too ....', 'I finally have to ...', 'Nothing I can do properly ...' represents a ruthless and sometimes even violent treatment of ourselves.

Yoga practice teaches us not only to discipline ourselves, but also to find the right balance. For many yoginis and yogis, there is 'that one asana' that they have always wanted to know, that some want to force their bodies to do. These situations teach us a lot about ourselves - why we are dogged in some situations, relentless in others, or why we sometimes just don't want to 'get it together'. It can be helpful to pause for a moment in these situations, take a breath and just consciously ask yourself why you are acting the way you are in this moment - it's all part of the yoga practice.

Merci and see you soon!

Nina

MMY geht zum Startblock

Februar 2023

Noch nicht lange ist der letzte Lockdown her und die Nachwirkungen dieser langanhaltenden Krisenzeit sind für die meisten noch deutlich spürbar. Umso glücklicher bin ich wieder in den Frühling mit Yoga zu starten! MMY ist ein junges Unternehmen, welches ich 2023 gegründet habe; die Kurse finden in Panzweiler im Hunsrück, Eventhaus statt.

Bei mir gibt es keine Verträge und keine Abos! Kurse werden entweder einzeln vor Ort bezahlt oder über 5er-Karten. Unterrichtet wird ein fließender, dynamischer Stil - Vinyasa Yoga, mit Elementen aus dem Power Yoga. Dabei soll jeder darauf achten, was seinen individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten entspricht.

Da ich Yoga nebenberuflich unterrichte, existiert kein "festes Yogastudio", ich unterrichte an verschiedenen Orten - zu Beginn im Eventhaus in Panzweiler, Hunsrück.

Namasté und bis bald!

Nina

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It hasn't been long since the last lockdown and the after-effects of this prolonged period of crisis are still clearly noticeable for most. All the happier I am to start the spring with yoga again! MMY is a young company, which I founded in 2023; the courses take place in Panzweiler in the Hunsrück, Eventhaus.

With me there are no contracts and no subscriptions! Courses are either paid for individually on site or via 5-person cards. We teach a flowing, dynamic style - Vinyasa Yoga, with elements from Power Yoga. Everyone should pay attention to what suits their individual needs and possibilities.

Since I teach yoga part-time, there is no "fixed yoga studio", I teach at different locations - at the beginning in the Eventhaus in Panzweiler, Hunsrück.

Namasté and see you soon!

Nina

 

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